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Bildung, Chancen und Perspektiven: „StartWien – Das Jugendcollege“ feiert ersten Geburtstag

Gruppenbild mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Jugendcollege

Bereits 153 jugendliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wiener Vorzeigeprojekts zu Integration ab Tag eins konnten in ein Arbeitsverhältnis, eine weiterführende Ausbildung oder eine Lehrstelle vermittelt werden.

1.000 Chancen für 1.000 Jugendliche: Mit diesem Ziel wurde im Sommer 2016 „StartWien – Das Jugendcollege“ ins Leben gerufen. An zwei Standorten mit je 500 Plätzen werden nicht mehr schulpflichtige Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 21 Jahren in einem modularen System für den Einstieg in eine weiterführende Schule oder berufliche Ausbildung vorbereitet. Seit dem Start haben 1.268 Jugendliche das Bildungs- und Beratungsangebot genutzt. Am 3. Juli 2017 wurde das einjährige Bestehen mit einem großen Fest mit rund 500 Jugendlichen und allen ProjektpartnerInnen in der Volkshochschule Rudolfsheim-Fünfhaus gefeiert.

Vorzeigeprojekt zu Integration ab Tag eins

„Das Jugendcollege ist ein Vorzeigeprojekt und steht beispielgebend für den Wiener Weg in der Integrationspolitik. Durch die Zusammenarbeit vieler Partnerinnen und Partner und mit viel Expertise und Erfahrung wurde ein maßgeschneidertes Bildungsangebot geschaffen, das sich an den Bedürfnissen der Jugendlichen orientiert und ihnen neue Chancen und Perspektiven bietet. Ich bin überzeugt, dass das Jugendcollege die Jugendlichen unterstützt, bald auf eigenen Beinen zu stehen“, sagte Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky.

„Für die Wiener Integration ab Tag eins ist das Jugendcollege ein ganz wichtiger Baustein, weil es Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Perspektive für ihre Zukunft in der Stadt bietet. Das Schließen der Lücke zwischen Schulpflicht und Arbeitsmarktmaßnahme ist ein Beitrag zur raschen Integration von Flüchtlingen. Ich bin beeindruckt von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die alle engagiert lernen und ihren Weg machen“, so Sozialstadträtin Sandra Frauenberger.

Lehrstellen durch Kooperation im Lebensmittelhandel

Durchschnittlich bleiben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugendcolleges rund 215 Tage an den beiden Standorten in der Buchengasse und der Spitalgasse. Freigewordene Plätze werden kontinuierlich nachbesetzt. Seit Projektstart konnten bereits 153 Jugendliche erfolgreich in ein Arbeitsverhältnis, eine weiterführende Ausbildung oder Lehrstelle vermittelt werden. Mehrere Jugendliche konnten durch eine Kooperation im Lebensmittelhandel eine Lehre beginnen. Unter den erfolgreich Vermittelten sind auch Bäcker- und Bürokaufmannlehrlinge.

Das Kursangebot umfasst die Kernmodule Basisbildung (Mathematik, Englisch, Informations- und Kommunikationstechnologien) und Deutsch. Darüber hinaus gibt es Spezialmodule wie etwa Natur, Gesundheit und Soziales, kritische Partizipation, Peer-Dolmetsch und Werkstätte, die je nach Stufe, Vorkenntnissen und schulischen beziehungsweise beruflichen Bildungszielen kombiniert werden. Begleitende Angebote, wie sozialintegrative Aktivitäten, Bildungs- und Berufsberatung sowie Unterstützungsangebote runden das Angebot ab. Alle acht Wochen wechselt der Stundenplan und ermöglicht somit eine höhere Individualisierung der Ausbildung.

Stadt Wien, AMS und EU-Fonds sorgen für Finanzierung

Für das Jugendcollege wurden im ersten Jahr sechs Millionen Euro eingesetzt, wovon die Hälfte aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), die andere Hälfte aus Mitteln der Abteilung Integration und Diversität (MA 17), des AMS Wien und des FSW finanziert wurde. Ein Bieterkonsortium bestehend aus neun Partnerorganisationen (Wiener Volkshochschulen, WUK, Caritas, Integrationshaus, Interface Wien, abz*austria, equalizent, Verein Vielmehr für Alle!, BPI der ÖJAB) mit der VHS Wien als Leadpartnerin führt das Jugendcollege. Der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) organisiert als zwischengeschaltete Stelle den Einsatz von ESF-Mitteln.

„Das Jugendcollege ist österreichweit einzigartig. Lerninhalte werden verknüpft mit wichtiger Orientierung zum Leben in Österreich, die Tagesstruktur gibt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Halt und eine Perspektive. Das ist gerade für junge Menschen im Asylverfahren, die nur sehr eingeschränkte Beschäftigungsmöglichkeiten haben, wichtig. Nach einem Jahr können wir sagen: Das Jugendcollege ist ein Aushängeschild im Wiener Modell zu Integration ab Tag eins“, betont der Wiener Flüchtlingskoordinator Peter Hacker.