Zum Inhalt Zum Hauptmenü
Menu

Flüchtlinge beraten Flüchtlinge: Erstes „Peer Mentoring“-Programm erfolgreich abgeschlossen

Eine Gruppe von rund 30 Frauen und Männern bei einer Urkundenverleihung

Am 1. Juli 2017 wurden 35 Flüchtlinge ausgezeichnet, die das Peer Mentoring-Programm des EU-Projekts „CORE – Integration im Zentrum“ absolvierten.

35 Frauen und Männer mit Fluchthintergrund haben von April bis Juni 2017 an dem Peer Mentoring-Programm teilgenommen. Am 1. Juli wurde ihr Engagement von Staatssekretärin Muna Duzdar und Stadträtin Sandra Frauenberger mit einer feierlichen Urkundenverleihung im Wiener Rathaus gewürdigt.

21 Jugendliche im Alter von 17 bis 21 Jahren nahmen am Training zu Peer Mentorinnen und Peer Mentoren für jugendliche Geflüchtete teil. 14 Frauen mit Ausbildung im Gesundheitsbereich absolvierten das Programm für Expertinnen für Schwangere und junge Mütter.

Potientiale stärken und nutzen

Staatssekretärin Muna Duzdar betonte: „Mit dem Mentoring Programm werden die Potentiale der Menschen, die zu uns gekommen sind, genutzt und gleichzeitig Integration von Anfang an unterstützt. Potentiale nicht brachliegen zu lassen, sondern aktiv stärken und einen Beitrag zum besseren Verständnis zu liefern, ist der richtige Weg. Ich danke den TeilnehmerInnen für ihr Engagement und ihren Einsatz, die ein Aufeinanderzugehen und besseres Verständnis ermöglichen.“

Wichtiger Beitrag für das Zusammenleben

Für Sozialstadträtin Sandra Frauenberger leisten die Mentorinnen und Mentoren einen wichtigen Beitrag zum Zusammenleben in Wien: „Unser Zugang der Integration ab dem ersten Tag beinhaltet eine rasche Einbindung von Geflüchteten. Gemeinsam mit den Peer MentorInnen wollen wir Alltagsrealitäten und Problemen in die Augen schauen und gemeinsam Lösungen erarbeiten, wie im Umgang mit Konventionen, in Alltagsfragen oder zu unterschiedlichen Rollenbildern. Besonders erfreulich ist, dass wir Expertinnen für Schwangere und junge Mütter in spezifischen Fragen rund um Geburt und das Leben mit Kleinkindern in Österreich finden konnten. Ein großes Danke an die Peer MentorInnen, dass sie einen Beitrag zum Zusammenleben in ihrer Stadt leisten.“

„Es ist uns ein besonderes Anliegen, geflüchtete Menschen zu stärken und sie aktiv in unsere Gesellschaft einzubinden. Integration ist ein beständiges Aufeinanderzugehen. Das Peer Mentoring Programm erleichtert Begegnungen und es werden Brücken gebaut“, bedankte sich der Wiener Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky bei allen Mentorinnen und Mentoren für ihre Unterstützung und aktive Teilnahme.

BotschafterInnen für Menschen mit Fluchthintergrund

Das Peer Mentoring Programm ist eine von vielen Maßnahmen des EU-Projekts „CORE – Integration im Zentrum“, das auf Hilfe von Geflüchteten für Geflüchtete und innovative Integrationsansätze setzt.

„Ziel des Programms ist, auf vorhandene Ressourcen von geflüchteten Menschen aufmerksam zu machen und diese nicht nur für sie selbst, sondern auch innerhalb der Communities nutzbar zu machen“, so Ursula Struppe, Dienststellenleiterin der Abteilung Integration und Diversität (MA 17). „Die Trainings schaffen Wissensgrundlagen, ermuntern die Beteiligten kontinuierlich an ihren Zukunftsperspektiven zu arbeiten und gemeinsam mit anderen aktiv zu werden. Sie werden zu Ansprechpersonen, BeraterInnen und ExpertInnen innerhalb ihrer Communities“, so Struppe weiter.

Wissen weitergeben

Die Peer Mentorinnen und Peer Mentoren für jugendliche Geflüchtete haben gemeinsam mit den Workshopleiterinnen und Workshopleitern aus unterschiedlichen Wiener Einrichtungen des Integrations- und Diversitätsbereichs ihr Wissen in Themengebieten wie Demokratie, Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit in Österreich vertieft und erarbeitet, wie dieses Wissen an andere weitergegeben werden kann. Wege zur Aus- und Weiterbildung sowie Ideen zur aktiven, positiven (Mit-)Gestaltung von Freizeit, Nachbarschaft und Gesellschaft wurden ebenfalls diskutiert. Zentralen Stellenwert nahm die Persönlichkeitsbildung der Jugendlichen ein.

Know how rund um Schwangerschaft und Geburt

Das Programm zur Spezialisierung auf besondere Bedürfnisse von Schwangeren und jungen Müttern mit Fluchterfahrung diente der Erweiterung von bereits vorhandenem Wissen und Praxis von Frauen, die in ihrem Herkunftsland Hebammen, Gynäkologinnen oder Kinderärztinnen waren. Themen waren unter anderem der Mutter-Kind-Pass und Abläufe in Wiener Krankenhäusern. Ein fachspezifischer Deutschkurs sorgte für das notwendige medizinische Fachvokabular.

Mentoring wird fortgesetzt

Die verliehenen Urkunden stärken das Vertrauen der Asylwerbenden in ihr Wissen und ihre Ressourcen und sorgen für große Motivation. Genau diese Motivation ist das Fundament für den Erfolg der Trainings, die in Zukunft in regelmäßigen Abständen stattfinden und weiteren Flüchtlingen die Möglichkeit bieten sollen, Peer Mentorinnen und Peer Mentoren zu werden.

„CORE – Integration im Zentrum“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Abteilung Integration und Diversität (MA 17) mit Fonds Soziales Wien, waff, Wirtschaftsagentur Wien und Stadtschulrat für Wien/Europabüro. Es wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen der Urban Innovative Actions Initiative kofinanziert.