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UNICEF: Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge binnen fünf Jahren verfünffacht

Ein Mädchen tanzt, daneben spielen Kinder Tischfußball

Immer mehr Kinder machen sich laut UNICEF alleine auf den Weg, um Krieg, Gewalt und Armut zu entkommen.  

2015 und 2016 wurden etwa 300.000 allein reisende Mädchen und Buben in 80 Ländern erfasst. Zum Vergleich: 2010 und 2011 waren es noch 66.000 Kinder. Allein in Europa stellten in den vergangenen beiden Jahren rund 170.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einen Asylantrag.

Dies geht aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht des UN-Kinderhilfswerks hervor. Vor allem auf der lebensgefährlichen Mittelmeerroute nach Europa sind immer mehr junge Menschen alleine unterwegs. 92 Prozent der 2016 in Italien angekommenen Kinder reisten ohne Erwachsene oder getrennt von ihrer Familie. 2015 waren es immerhin 75 Prozent.

UNICEF fordert Schutzsystem

„Ein Kind, das alleine reist, ist eines zu viel und dennoch gibt es heute eine schwindelerregende Anzahl von Kindern, die genau das tun – wir als Erwachsene versagen, sie zu beschützen“, so der stellvertretende UNICEF-Direktor Justin Forsyth.

Im Vorfeld des G-7-Gipfels am 26. und 27. Mai 2017 fordert die UNICF ein weltweites Schutzsystem für Kinder auf der Flucht, um sie vor Ausbeutung, Missbrauch und Tod zu bewahren, ihnen den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung zu sichern und die Fluchtursachen zu bekämpfen.

In Wien werden aktuell 950 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut, was einem Viertel der in ganz Österreich grundversorgten unbegleiteten Flüchtlinge unter 18 Jahren entspricht.